Lebensraumverbessernde Maßnahme · Lech 21
Ein Kieskegel für den Lech: 1.000 Kubikmeter neuer Lebensraum
Rund 1.000 m³ Kies stabilisieren die Flusssohle und schaffen Laichplätze für Huchen, Nase, Barbe und Äsche. Eine verlandete Kiesbank wird wieder überströmt und mit Steinen und Wurzelstöcken aufgewertet.

Der Lech zwischen den Staustufen ist ein gebändigter Fluss. Die Stauhaltungen halten den Kies zurück, der früher mit jedem Hochwasser nachgeliefert wurde, die Sohle tieft sich ein und überströmte Kiesflächen werden selten. Genau solche Flächen brauchen kieslaichende Fischarten wie Huchen, Nase, Barbe und Äsche, um sich fortzupflanzen.
Im Abschnitt Lech 21 haben wir deshalb einen Kieskegel mit rund 1.000 Kubikmetern angelegt, das entspricht etwa 1.600 bis 1.800 Tonnen Kies. Die Maßnahme stabilisiert die Flusssohle, fördert die natürliche Gewässerdynamik und schafft neue Laich- und Lebensräume. Um den Kegel entstehen abwechslungsreiche Strömungsverhältnisse, Kolke und Flachwasserzonen, von denen nicht nur Fische, sondern auch Wirbellose und Wasservögel profitieren.
Im selben Zug wurde eine verlandete Kiesbank reaktiviert: Weil ihr die Strömung fehlte, wurden Teile davon abgetragen, bis das Wasser die Bank wieder überströmt. Die verbleibende Kiesstruktur haben wir mit Wasserbausteinen und Wurzelstöcken aufgewertet. So entstehen Unterstände, Strömungsbrecher und Rückzugsräume.
Ein Projekt dieser Größe geht nur gemeinsam. Bereits im Vorfeld wurde das Vorhaben eng mit dem Landratsamt Landsberg, der Unteren Naturschutzbehörde, dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim, der Flussmeisterei Weilheim unter Leitung von Stefan Kotz und der Fischereifachberatung abgestimmt. Diese Zusammenarbeit war geprägt von Fachkompetenz und gegenseitigem Vertrauen, mit einem gemeinsamen Ziel: den Lech ökologisch aufzuwerten.
Erste Erfolgskontrolle: Schon im folgenden Frühjahr stand ein Huchen auf der neu gestalteten Kiesbank und wartete auf ein Weibchen. Ergänzend setzen wir über das Artenhilfsprogramm jährlich bedrohte Fischarten in den Lech ein und pflegen die angelegten Laichhabitate.
Presse: Die Augsburger Allgemeine hat über das Projekt berichtet: „Anglerbund verbessert mit einem Kieskegel den Lebensraum im Lech bei Scheuring“ →
Bilder vom Projekt







Fotos: Anglerbund Bavaria e.V. Klick auf ein Bild öffnet die große Ansicht.